(New York, 7. September 2010) – Der Philanthrop und Geldgeber George Soros hat heute bekannt gegeben, dass er in den nächsten zehn Jahren 100 Millionen US$ an Human Rights Watch spenden wird. Die Gelder der Open Society Foundation sollen zur Ausweitung und Vertiefung der globalen Arbeit von Human Rights Watch verwendet werden, um wirksamer die Menschenrechte weltweit zu schützen und zu fördern. Es ist der höchste Betrag, den Soros jemals an eine Nichtregierungsorganisation vergeben hat.

Die Voraussetzung für die Spende ist, dass Human Rights Watch, das keine Regierungsgelder annimmt, zusätzlich 100 Millionen US$ durch private Spenden einwirbt. Human Rights Watch hofft, dass Soros‘ Spende, die Verpflichtung zum Einwerben zusätzlicher Gelder sowie weiteres Fundraising dazu führen, dass ein strategischer Plan zur Internationalisierung der Organisation umgesetzt werden kann. Dazu muss Human Rights Watch innerhalb von fünf Jahren sein Jahresbudget von 48 Millionen auf 80 Millionen US$ erhöhen.

„Human Rights Watch ist eine der effektivsten Organisationen, die ich unterstütze”, so Soros, Gründer und Vorsitzender der Open Society Foundation. „Menschenrechte sind die Grundlage unserer größten Hoffnung: Sie stehen im Zentrum von offenen Gesellschaften.“

Soros ist besonders daran interessiert, Philanthropen in Europa und Nordamerika zu ermutigen, in die Menschenrechtsarbeit zu investieren, besonders wenn dies bis jetzt nicht der Fall war.

Die Gelder sollen die Internationalisierung von Human Rights Watch vorantreiben, wodurch in der ganzen Welt neue Mitarbeiter in Lobbybüros der wichtigsten Hauptstädte eingestellt und die Forschungskapazitäten in relevanten Ländern vertieft werden sollen. Human Rights Watch will insbesondere mehr Einfluss auf die aufstrebenden Mächte im Süden nehmen, um dort eine Menschenrechtsagenda voranzutreiben.

„Human Rights Watch kann seine Wirkung noch verstärken, wenn es eine wirklich internationale Organisation ist”, so Soros. „Human Rights Watch muss in den Hauptstädten der Welt präsent sein, gemeinsam mit Menschenrechtsgruppen vor Ort zu lokalen Themen arbeiten und sich mit lokalen Regierungsvertretern auseinandersetzen. In fünf Jahren ist es das Ziel, dass die Hälfte der Einnahmen und eine Mehrheit der Vorstandsmitglieder nicht mehr aus den USA kommen.“

Indem Human Rights Watch die internationale Aufmerksamkeit auf Menschenrechtsverletzungen lenkt, erhalten die Opfer eine Stimme und die Verantwortlichen werden für ihre Verbrechen zu Rechenschaft gezogen.
Kompromisslose und objektive Untersuchungen sowie strategische und gezielte Lobbyarbeit sind die Grundlage für politischen Druck, um Veränderung zu bewirken und die Kosten für Menschenrechtsverletzungen zu erhöhen. Seit 1978 setzt sich Human Rights Watch für tiefgreifende Verbesserungen bei der Achtung der Menschenrechte ein und hat dazu beigetragen, dass Menschen weltweit von mehr Gerechtigkeit und Sicherheit profitieren.

„In einer zunehmend multipolaren Welt müssen wir sicherstellen, dass die Botschaft von Human Rights Watch in den einflussreichen Hauptstädten der Welt wahrgenommen wird“, so Kenneth Roth, Executive Director von Human Rights Watch. „Um schwere Menschenrechtsverletzungen zu beenden, muss auf jede Regierung, die eine Veränderung bewirken kann, Druck ausgeübt werden, einschließlich der aufstrebenden Mächte im Süden.“

Human Rights Watch hat fast 300 Mitarbeiter und arbeitet zu Menschenrechtsverletzungen in fast 90 Ländern. Pro Jahr werden etwa 100 Berichte und mehrere hundert Pressemitteilungen veröffentlicht. Durch die zusätzlichen Gelder kann Human Rights Watch in neue Arbeitsbereiche investieren, um Lücken in der Berichterstattung zu schließen, unter anderem in Afrika und Asien. Zudem kann Human Rights Watch intensiver über Themen berichten, für die es bisher zu wenig Experten gibt.

Neben der gesteigerten Wirksamkeit der Forschung will Human Rights Watch zusätzliche Mitarbeiter einstellen, um mit nationalen Regierungen wirksamer zu lokalen und regionalen Themen arbeiten zu können und Verbindungen zu Journalisten aufzubauen, die sich an ein lokales Publikum wenden. Mit weiteren Forschungsmitarbeitern und Lobbyvertretern in wichtigen Ländern kann Human Rights Watch besser mit Regierungsvertretern, Journalisten sowie der Zivilgesellschaft zusammenarbeiten und sicherstellen, dass eine positive Veränderung stattfindet.

„Wir hoffen, dass George Soros‘ Beispiel der Menschenrechtsbewegung weltweit dabei hilft, Philanthropen zu bewegen, in das Ideal der Menschenrechte zu investieren.