Preisträger des Alison Des Forges Award for Extraordinary Activism. Oben: Khadija Ismayilova (Aserbaidschan), Yara Bader (Syrien), Father Bernard Kinvi (Zentralafrikanische Republik). Unten: Nicholas Opiyo (Uganda), Nisha Ayub (Malaysia), Dr. M.R. Rajagopal (Indien)

© Jahangir Yusif, Francesca Leonardi (Internazionale), 2014 Human Rights Watch, 2015 Rebecca Vassie, 2015 Nisha Ayub, Paramount Color Lab, Ulloor, Trivandrum

(New York) – Vier mutige und unermüdliche Fürsprecher der Menschenrechte werden in diesem Jahr von Human Rights Watch mit dem renommierten Alison Des Forges Award for Extraordinary Activism geehrt, so Human Rights Watch heute.

Die Preisträger sind in ihren Herkunftsländern führende Stimmen für Gerechtigkeit:
Nisha Ayub ist eine zentrale Figur im Kampf für die Transgenderrechte in Malaysia; Yara Bader ist eine Journalistin und Menschenrechtlerin, die im kriegsgebeutelten Syrien die Inhaftierung und Folter von Journalisten bloßstellt; Khadija Ismayilova ist eine prominente Investigativjournalistin, die ihr Leben dem Kampf für die Menschenrechte in der ehemaligen Sowjetrepublik Aserbaidschan gewidmet hat; Nicholas Opiyo ist ein führender Menschenrechtsanwalt und Gründer der Menschenrechtsorganisation Chapter Four Uganda, mit der er sich unermüdlich für den Schutz der Bürgerrechte in Uganda einsetzt. Ismayilova sitzt derzeit in Haft und wird wegen fingierter Steuerdelikte und anderer Vorwürfe angeklagt, die als Vergeltung für ihre Berichterstattung erhoben wurden.

„Der Alison Des Forges Award ehrt Menschen, die sich mutig und selbstlos für den Schutz der Menschenrechte einsetzen – oft in gefährlichen Situation und unter gewaltigen persönlichen Opfern“, so Kenneth Roth, Executive Director von Human Rights Watch. „Die Preisträger haben ihr Leben für den Schutz der am schwersten unterdrückten und verletzlichsten Menschen eingesetzt.“

Namenspatin des Menschenrechtspreises ist Dr. Alison Des Forges, die fast zwei Jahrzehnte lang als Senior Adviser für Human Rights Watch arbeitete. Sie starb am 12. Februar 2009 bei einem Flugzeugabsturz im US-Bundesstaat New York. Des Forges war die weltweit führende Expertin für Ruanda, den dort im Jahr 1994 verübten Völkermord und dessen Folgen. Der jährlich von Human Rights Watch verliehene Preis honoriert ihr Engagement für den Schutz der Menschenrechte. Er würdigt den Mut jener Menschen, die ihr Leben aufs Spiel setzen, um eine Welt frei von Gewalt, Diskriminierung und Unterdrückung zu schaffen.

Die vier Preisträger'dieses Jahres und zwei im Vorjahr Ausgezeichnete, Pater Bernard Kinvi aus der Zentralafrikanischen Republik sowie Dr. M.R. Rajagopal aus Indien, werden im Rahmen der „Stimmen für Gerechtigkeit“-Dinners geehrt, zu denen Human Rights Watch im November 2015 und März/April 2016 in mehr als 20 Städten weltweit einlädt.

Ayub wird ihre Auszeichnung in Amsterdam erhalten, Bader in London und Paris, Ismayilova wird in München und Genf geehrt und Opiyo in Santa Barbara und Los Angeles. Pater Kinvi wird Nordamerika besuchen und bei den Dinner in New York, San Francisco, im Sillicon Valley und in Toronto als Ehrengast teilnehmen. Dr. Rajagopal wird in Hannover geehrt.

Über die Preisträger

Nisha Ayub, Malaysia
Seit mehr als einem Jahrzehnt macht sich Nisha Ayub durch Hilfsangebote, politische und juristische Analysen sowie durch Öffentlichkeitsarbeit für die Rechte von Transgender in Malaysia stark. Human Rights Watch ehrt Nisha Ayub, weil sie gegen die diskriminierenden Gesetze in Malaysia vorgeht, die verhindern, dass Transgender frei von Angst, Gewalt und Unterdrückung leben können.

Yara Bader, Syrien
Die Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Yara Bader setzt sich im kriegsgebeutelten Syrien dafür ein, die Inhaftierung und Folter von Aktivisten bloßzustellen, zu deren Opfern auch ihr Ehemann gehört. Sie weiß aus erster Hand, wie die syrische Regierung ihre Sicherheits- und Geheimdienstbehörden dazu benutzt, um kritische Stimmen brutal zu unterdrücken. Human Rights Watch würdigt Yara Baders für den enormen Mut, mit dem sie trotz größter Gefahren für ihre eigene Sicherheit ihre Stimme für Gefangene in Syrien erhebt.

Khadija Ismayilova, Aserbaidschan
Die prominente Investigativjournalistin Khadija Ismayilova aus Aserbaidschan widmet ihr Leben dem Kampf gegen die Korruption, dem Schutz der Menschenrechte und der Befreiung politischer Gefangener in einem Land, das mit immer härterer Hand regiert wird. Human Rights Watch ehrt Khadija Ismayilova für ihren außergewöhnlichen Mut als Journalistin und Bürgerrechtlerin im Angesicht der immer stärker werdenden Unterdrückung der Meinungsfreiheit in Aserbaidschan.

Nicholas Opiyo, Uganda
Nicholas Opiyo ist ein führender Menschenrechtsanwalt und Gründer der Menschenrechtsorganisation Chapter Four Uganda. Er hat mehrere wichtige Verfassungsklagen eingereicht und erfolgreich zu Ende geführt, etwa gegen das berüchtigte Anti-Homosexuellen-Gesetz von 2013, das im August 2014 für nichtig erklärt wurde. Human Rights Watch würdigt Nicholas Opiyo, weil er sich standhaft für die Wahrung der Menschenrechte in Uganda einsetzt und sich dafür stark macht, dass alle Menschen in Uganda Zugang zu Recht und Gerechtigkeit erhalten.

Pater Bernard Kinvi, Zentralafrikanische Republik
Pater Bernard Kinvi ist ein katholischer Priester, der das Krankenhaus der katholischen Mission in Bossemptele in der Zentralafrikanischen Republik leitet. Als Anfang 2014 interkonfessionelle Gewalt ausbrach und zu koordinierten Übergriffen auf muslimische Zivilisten führte, rettete Kinvi das Leben Hunderter Muslime, die er aus ihren belagerten Häusern rettete und in seiner Kirche unterbrachte. Trotz wiederholter Morddrohungen nahm Kinvi diese Menschen solange in Schutz, bis sie in Sicherheit gebracht werden konnten. Human Rights Watch ehrt Pater Bernard Kinvi für seinen Mut und seinen unnachgiebigen Einsatz zum Schutz von Zivilisten in der Zentralafrikanischen Republik.

Dr. M. R. Rajagopal, Indien
Dr. M. R. Rajagopal ist ein führender Palliativmediziner in Indien, der seit über 20 Jahren gegen Bedingungen ankämpft, die Patienten unnötig schwere Schmerzen erleiden lassen. Als Mediziner, Akademiker und Aktivist ist Rajagopal eine treibende Kraft hinter den Bemühungen zur Förderung und Umsetzung von Palliativmedizin als Menschenrecht. Er hat das weltweit erfolgreichste gemeindebasierte Palliativprogramm aufgebaut und mit seiner Organisation Pallium India spielte er eine zentrale Rolle dabei, Indiens Regierung zur Freigabe von Morphium zu bewegen. Human Rights Watch ehrt Dr. M. R. Rajagopal für sein Engagement für das Recht von Patienten mit starken Schmerzen, in Würde zu leben und zu sterben.