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Kenneth Roth

Kenneth Roth

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Kenneth Roth ist seit 1993 Executive Direktor von Human Rights Watch. Unter seiner Führung hat sich Human Rights Watch zu einer internationalen Organisation entwickelt. Human Rights Watch arbeitet in mehr als 80 Ländern, darunter in einigen der gefährlichsten und am stärksten unter Unterdrückung leidenden Regionen der Welt.

Seit Roth sein Amt übernommen hat, hat sich Human Rights Watch verstärkt dafür eingesetzt, dass Opfern der schwersten Menschenrechtsverletzungen Gerechtigkeit widerfährt und dass Kriegsverbrechen wie in Bosnien, Kongo, Irak und Sierra Leone dokumentiert werden. Zudem haben Mitarbeiter von Human Rights Watch vor Internationalen Kriegsverbrechertribunalen ausgesagt, sich für die Gründung des Internationalen Strafgerichtshofs eingesetzt und dazu beigetragen, dass etwa der liberianische Diktator Charles Taylor und Alberto Fujimori aus Peru wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilt wurden. Intensive Lobbyarbeit legte die Grundlage für die Verabschiedung von internationalen Verträgen zum Verbot von Landminen, von Streumunition und des Einsatzes von Kindersoldaten.

Neben der geographischen Ausweitung der Berichterstattung hat Human Rights Watch unter der Leitung von Roth auch zu neuen Themen gearbeitet: Frauenrechte, Kinderrechte, Flüchtlinge und Wanderarbeiter. Zudem wurde auf die menschenrechtliche Dimension etwa von häuslicher Gewalt, Menschenhandel, Vergewaltigung als Kriegsverbrechen und Kindersoldaten hingewiesen. Bisher kaum thematisierte Menschenrechtsverletzungen wurden an die Öffentlichkeit gebracht, wie die Rechte von Schwulen und Lesben und, verursacht durch die AIDS-Epidemie, das Thema Gesundheit und Menschenrechte.

Roth wurde die Bedeutung der Menschenrechte erstmals deutlich, als ihm sein Vater aus seiner Vergangenheit berichtete. Wenn er seinen drei jungen Söhnen die Haare schnitt, konnte er sie nur dadurch ruhig halten, dass er Geschichten über die Metzgerei des Großvaters in Frankfurt erzählte. Als die Söhne älter wurden, sprach er über sein Leben unter der Nazi-Herrschaft und wie er im Juli 1938 aus Deutschland geflohen war. Dass Jimmy Carter in den späten 70er Jahren den Menschenrechtsschutz als Teil der US-Außenpolitik bezeichnete, war ein weiterer Beitrag dazu, dass der Einsatz für die Menschenrechte zu einer persönlichen Berufung wurde.

Roth studierte an der Brown University und der Yale Law School. Nachdem er in einer Kanzlei gearbeitet hatte, war er Staatsanwalt in Manhatten und an der Untersuchung über die Iran-Contra-Affäre in Washington beteiligt.

In den frühen Jahren der Menschenrechtsbewegung gab es kaum Arbeitsplätze in diesem Bereich. Deshalb arbeitete Roth als Freiwilliger abends und an den Wochenenden für den Schutz der Menschenrechte. Er setzte sich besonderes für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen in Polen nach der Verhängung des Kriegsrechts im Jahr 1981 ein und besuchte das Land während seiner ersten Beobachtermission.

Roth arbeitete seit 1987 als stellvertretender Direktor für Human Rights Watch. Anfangs konzentrierte er sich auf die Menschenrechtslage in Haiti, das sich gerade von den Folgen der Diktatur unter Duvalier befreit hatte, aber weiter unter einer brutalen Militärregierung litt. Seitdem hat Roth die gesamte Welt bereist und Regierungsvertreter aufgefordert, den Schutz der Menschenrechte ins Zentrum ihrer Politik zu stellen. 

Er hat zu den verschiedensten Menschenrechtsthemen veröffentlicht, hat mehr als 160 Artikel und Buchkapitel verfasst und sich dabei besonders zu Themen wie Internationale Justiz, Anti-Terrorismus, Außenpolitik der Großmächte und Vereinte Nationen geäußert. Er ist auch Autor der Einleitungen des Jahresberichts von Human Rights Watch. Roth wird regelmäßig in den wichtigsten Publikationen, im Fernsehen und Radio zitiert und hält Vorträge weltweit.

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