Die liberianische Friedensaktivistin Leymah Gbowee bei einer Podiumsdikussion über Gewalt gegen Frauen in Washington; 16. September 2011.

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(New York, 7. Oktober 2011) – Die Verleihung des Friedensnobelpreises 2011 an drei Frauen, Ellen Johnson Sirleaf, Leymah Gbowee und Tawakkul Karman, ist eine Anerkennung dafür, dass Demokratie und dauerhafter Friede nicht ohne uneingeschränkte Beteiligungsrechte von Frauen erreicht werden können, so Human Rights Watch. Zudem verdeutlicht die Auszeichnung, vor welch großen Herausforderungen Frauen im Jemen und in anderen Teilen der Welt stehen, damit ihre Menschenrechte geachtet werden.

„Dies ist eine Anerkennung für alle Frauen, deren unermüdliche Arbeit und deren mutiger Protest einen Beitrag zu Friede und Demokratie geleistet haben, und für all diejenigen, die immer doch dafür kämpfen“, so Kenneth Roth, Executive Director von Human Rights Watch. „Die Aufgabe ist jedoch bestenfalls zur Hälfte erfüllt, und die Welt soll den Aufbau von Gesellschaften unterstützen, die die Menschenrechte achten. Wir dürfen jedoch auch diejenigen Frauen nicht vergessen, die heute immer noch unter Konflikten leiden, wie in der Demokratischen Republik Kongo, der Elfenbeinküste, Afghanistan und anderen Ländern.“

Human Rights Watch fordert auch die chinesischen Behörden auf, den Friedensnobelpreisträger 2010, Liu Xiaobo, freizulassen. Der Schriftsteller und Dissident wurde im Dezember 2008 verhaftet, weil er sich an einem Manifest für Demokratie und Menschenrechte beteiligt hatte. Die Regierungen, die an der Friedensnobelpreisverleihung in Oslo letztes Jahr teilgenommen haben, sollen sich für Lius Freiheit einsetzen und die Verfolgung seiner Familie und seiner Unterstützer verurteilen.