Mit dem Alison Des Forges Award würdigt Human Rights Watch den Mut jener Menschen, die ihr Leben aufs Spiel setzen, um die Würde und die Rechte anderer zu verteidigen. Human Rights Watch arbeitet eng mit diesen unerschrockenen Aktivisten zusammen, um eine Welt frei von Gewalt, Diskriminierung und Unterdrückung zu schaffen.

© 2014 Teddy Mazina

 
Pierre Claver Mbonimpa setzt sich unermüdlich für die Menschenrechte ein. Er ist einer der bekanntesten Menschenrechtler in Burundi und Gründer eines Vereins zum Schutz von Menschenrechten und inhaftierten Personen (Association pour la Protection des Droits Humains et des Personnes Détenues - APRODH). Der ehemalige Polizist gründete den Verein im Jahr 2001, nachdem er Mitte der 1990er aufgrund einer fingierten Anklage wegen illegalen Waffenbesitzes zwei Jahre im Gefängnis gesessen hatte. Er hat sich mit unzähligen Beschwerden und persönlichen Interventionen für Menschen stark gemacht, die unrechtmäßig inhaftiert wurden. Mbonimpa selbst wurde 2014 erneut verhaftet, nachdem er Menschenrechtsverletzungen öffentlich verurteilt hatte. Er leitet die Recherche- und Lobbyarbeit von APRODH zu einem breiten Spektrum von Menschenrechtsverletzungen, darunter Übergriffe auf Menschenrechtler, Oppositionelle und Journalisten, politische Morde, das Verschwindenlassen von Personen sowie unrechtmäßige Inhaftierungen und Folter.
 
Pierre Claver Mbonimpa ist der bekannteste Menschenrechtler Burundis, ein Mann von außerordentlichem Mut, der Drohungen immer wieder trotzte, um die Opfer von Menschenrechtsverletzungen zu schützen, und dafür beinahe mit dem Leben bezahlt hätte.

Carina Tertsakian

Senior Researcher, Afrika-Abteilung

 
Wegen seiner Arbeit geriet Mbonimpa ins Fadenkreuz. Im Jahr 2015 entging er nur knapp einem Mordanschlag, der vermutlich auf das Konto des burundischen Geheimdiensts ging. Das Attentat und die anschließende Ermordung seines Sohnes und seines Schwiegersohnes geschahen zu einem Zeitpunkt, als Burundi immer tiefer in eine politische Krise mit schweren Menschenrechtsverletzungen abrutschte. Auslöser dafür war die umstrittene Entscheidung von Präsident Nkurunziza, für eine dritte Amtszeit zu kandidieren. Nach dem Mordversuch wurde Mbonimpa zur medizinischen Behandlung nach Europa gebracht. Er kam allmählich wieder zu Kräften und kämpfte aus dem belgischen Exil weiter für die Rechte aller Menschen in Burundi.

Human Rights Watch ehrt Pierre Claver Mbonimpa für seinen herausragenden Mut als Verteidiger der Menschenrechte im Angesicht der brutalen Unterdrückung der freien Meinungsäußerung in Burundi.