Mit dem Alison-Des-Forges-Award zeichnet Human Rights Watch den Mut jener Menschen aus, die sich, teilweise unter Einsatz ihres Lebens, für die Würde und die Rechte anderer Menschen einsetzen. Unser Ziel bei der Zusammenarbeit mit diesen couragierten Menschenrechtsverteidigern ist eine Welt, die frei von Gewalt, Diskriminierung und Unterdrückung ist.
 

Photo courtesy of Yonous Muhammadi

Yonous Muhammadi ist ein führender Verteidiger der Flüchtlingsrechte in Griechenland, wo er nach seiner Flucht vor den Taliban in seiner Heimat Afghanistan Asyl fand. Aufgrund seiner Arbeit ist Muhammadi immer wieder Ziel von Angriffen geworden, unter anderem wurde er wegen seiner Recherchen und seines Eintretens für die Menschenrechte von den Taliban in Afghanistan eingesperrt und in Athen von Unbekannten brutal zusammengeschlagen, während er Flüchtlingskindern Griechisch-Unterricht gab.
 
Als Präsident des Greek Forum of Refugees (GFR) sorgt er dafür, dass die Bedürfnisse und Rechte neu ankommender Asylsuchender, Migranten und Flüchtlinge in Griechenland und Europa auf höchster Ebene diskutiert werden. Muhammadi war einer der ersten, die das besorgniserregende Ausmaß an fremdenfeindlicher Gewalt in Griechenland erkannten und darauf drängten, dass die Täter zur Verantwortung gezogen werden. Er engagiert sich außerdem für die Rechte von Frauen und ist Botschafter von White Ribbon, eine der weltweit größten Kampagnen von Männern, die sich für die Beendigung von Gewalt gegen Frauen einsetzen.
 
Vor dem Hintergrund seiner eigenen schrecklichen Geschichte tritt Yonous Muhammadi mutig und erfolgreich für Menschen aus der ganzen Welt ein, die Zuflucht vor Verfolgung suchen. Er ist ein Paradebeispiel dafür, was es heißt, ein Verteidiger der Menschenrechte zu sein.

Eva Cossé

Assistant Researcher, Griechenland

 

Im Rahmen seiner Advocacy- und Öffentlichkeitsarbeit informiert Muhammadi Flüchtlinge über ihre Rechte und Pflichten in Griechenland, stellt sicher, dass sie Zugang zu medizinischer Versorgung haben und schafft Abhilfe bei mangelhaften Aufnahmebedingungen, Integrationshürden und verheerenden Haftbedingungen. GFR hat sich 2010 beim griechischen Bildungsministerium erfolgreich dafür eingesetzt, dass Kinder ohne Aufenthaltstitel die Schule besuchen dürfen, und die griechische Regierung im vergangenen Jahr dazu bewegt, für Hunderte afghanische Familien für Obdach zu sorgen. Mit der Ankunft von mehr als einer Million hauptsächlich syrischer und afghanischer Asylsuchender und Migranten in Griechenland seit 2015 hat Muhammadis Engagement zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Human Rights Watch zeichnet Yonous Muhammadi für seinen unerschütterlichen Mut und sein Engagement für die Rechte von Flüchtlingen, Asylsuchenden und Migranten in Griechenland und ganz Europa aus.