(Genf, 13. März 2007) – Der UN-Menschenrechtsrat in Genf soll während seiner aktuellen Sitzungsperiode schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen in Sri Lanka behandeln, so Human Rights Watch in einem Brief an die Ratsmitglieder. Human Rights Watch und andere internationale und sri-lankische Menschenrechtsorganisationen fordern eine UN-Mission, um die Menschenrechtslage zu beobachten. Sie soll Menschenrechtsverletzungen der Regierung und der bewaffneten Oppositionsgruppe Liberation Tigers of Tamil Eelam (LTTE) verhindern, beobachten und untersuchen.

In einem Brief, der heute an die Ratsmitglieder geschickt wurde, verweist Human Rights Watch auf andauernde Menschrechtsverletzungen und Verstöße gegen internationales Recht durch die Regierung und die LTTE. In den letzten Monaten wurden dadurch Hunderte Zivilisten verletzt oder getötet und weitere Tausende vertrieben.

„Sowohl die Regierung als auch die LTTE sind seit langem für schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen verantwortlich und dies wird nicht enden ohne gemeinsame Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft“, so Brad Adams, Direktor der Asien Abteilung von Human Rights Watch. „Um Menschenleben zu retten, muss der Menschrechtsrat mit den beteiligten Parteien zusammenarbeiten, um möglichst schnell UN-Truppen zur Beobachtung der Menschenrechte nach Sri Lanka zu schicken.“

Nach Informationen von Human Rights Watch eskalieren Entführungen, Tötungen und Verschleppungen, die mit regierungsnahen Truppen in Verbindung gebracht werden. Regierungskräfte sind weiterhin an dem Einsatz von Kindersoldaten durch die Karuna-Gruppe beteiligt. Besonders beunruhigend ist das massive Vorgehen der Regierung gegen die Medien, humanitäre Organisationen und Nichtregierungsorganisationen. Ihnen wird ohne Begründung vorgeworfen, die LTTE zu unterstützen. Die LTTE ist weiterhin verantwortlich für Tötungen und den Einsatz von Kindersoldaten.