(Berlin, 12.Juli 2011)- Die Entscheidung des Vereins Werkstatt Deutschland ausgerechnet Russlands Ministerpräsidenten Wladimir Putin die Quadriga zu verleihen ist irreführend, sagte Human Rights Watch heute. Ein Sprecher von Werkstatt Deutschland, ein Netzwerk politischer, kultureller und wirtschaftlicher Führungskräfte, wiederholte mehrfach, dass Putin den Preis am 3.Oktober 2011, dem Tag der Deutschen Einheit erhalten soll.

„Es ist erstaunlich, dass Werkstatt Deutschland es für angemessen hält, Putin einen Preis zu verleihen, der auf den Ereignissen von 1989 beruht“, bekräftige Wenzel Michalski, Direktor bei Human Rights Watch. „Sowohl während seiner Präsidentschaft als auch heute ist Putin eher für Rückschritte der Bürgerrechte in Russland bekannt“.

Die Quadriga erinnert an und zelebriert den Fall der Berliner Mauer. Die Webseite von Werkstatt Deutschland lässt darauf schließen, dass die „Zivilcourage der Bürgerbewegung … zur Zeitenwende der Jahre 1989/1990“ geführt hat. Außerdem heißt es, dass der Preis sei „all jenen gewidmet, durch deren Mut Mauern fallen und deren Engagement Brücken baut“.

Die Süddeutsche Zeitung berichtete über die Hintergründe von Putins Nominierung. In den Augen des Preiskomitees waren folgende Charaktereigenschaften Putins ausschlaggebend: „Berechenbarkeit gepaart mit Stehvermögen, Verlässlichkeit gepaart mit Kommunikationsfähigkeit“. Außerdem lobte man ihn dafür, dass er Stabilität und Wohlstand nach Russland gebracht habe.