Human Rights Watch dokumentierte die Notlage von Ugandas Kindern in einem neuen Video, „Nachtpendler: Ugandas vergessene Kriegskinder“. Ein eindrucksvoller Fotobericht von Bruno Stevens begleitet das Video.

Das Video macht auf das Problem von Zehntausenden Kindern im Norden Ugandas aufmerksam, die jeden Tag Kilometerweit laufen, um den Rebellentruppen zu entgehen. Die Kinder begeben sich von ihren Dörfern aus auf die Suche nach sicheren Schlafplätzen in den Städten.

Das Filmmaterial wirft einen unerschrockenen Blick auf die erschütternden Lebensbedingungen der Kinder. Die Situation im Norden Ugandas hat zu einem Klima der Angst geführt. Seit 1986 wurden im Norden Ugandas 30.000 Mädchen und Jungen entführt und dazu gezwungen, Kindersoldaten oder Sexsklaven zu werden. Die Gruppe, die für diese Gräueltaten verantwortlich ist, die Lord’s Resistance Army (LRA), führt seit fast zwei Jahrzehnten Krieg gegen die Regierung Ugandas.

Die entführten Jungen und Mädchen müssen Überfälle begehen, Zivilisten schlagen oder töten und weitere Kinder entführen. Die Mädchen werden vergewaltigt und missbraucht. Sie werden gezwungen andere Kinder, die versuchen zu entkommen, zu schlagen oder zu Tode zu trampeln. Den Kindern wird immer wieder gedroht, dass man sie tötet, wenn sie versuchen davonzulaufen.

Um einer LRA Entführung zu entgehen, fliehen jede Nacht nicht weniger als 40.000 Kinder von ihren Dörfern auf dem Land in die Städte, um dort in relativer Sicherheit zu schlafen. Nachts suchen sie Zuflucht in Kirchen, Krankenhäusern, Busstationen und Notunterkünften, bevor sie am Morgen wieder nach Hause zurückkehren.

Dieses Video zeigt eine Gesellschaft, die in der permanenten Bedrohung lebt, dass ihre Kinder entführt werden, und zeigt der Welt, dass eine Krise, die von den Vereinten Nationen als „Verbrechen gegen die Menschheit“ bezeichnet wird, nicht länger ignoriert werden darf.