In Afghanistan stellen Landminen für alle eine stets präsente Gefahr dar. Dazu zählen sowohl die Bevölkerung, als auch die fremden Soldaten, die sich für die Erhaltung des Friedens einsetzen. Letztes Jahr berichtete das Rote Kreuz in Afghanistan über 1286 Landminenopfer, eine der höchsten Zahlen der Welt. Es wird angenommen, dass es noch zahlreiche weitere Opfer gibt, über die nicht berichtet worden ist.

In Afghanistan stellen Landminen für alle eine stets präsente Gefahr dar. Dazu zählen sowohl die Bevölkerung, als auch die fremden Soldaten, die sich für die Erhaltung des Friedens einsetzen. Letztes Jahr berichtete das Rote Kreuz in Afghanistan über 1286 Landminenopfer, eine der höchsten Zahlen der Welt. Es wird angenommen, dass es noch zahlreiche weitere Opfer gibt, über die nicht berichtet worden ist.

Schätzungen zufolge sind Millionen von Landminen über dieses vom Krieg zerrüttete Land verstreut. Obwohl die neue afghanische Regierung Landminen im Jahre 2002 verboten hat, bleibt das Land stark vermint - wobei über 344 Millionen Quadratmeter des verminten Gebietes als höchste Priorität für die Minenbeseitigung klassifiziert sind. Landminen sind überall in Afghanistan - in Stadt- und Gewerbegebieten, kleineren Ortschaften und Dörfern, auf dem Land und entlang der Transportwege. Nach Berichten der Vereinten Nationen waren im Jahre 2002 über 1500 Dörfer in 27 der 29 Provinzen des Landes von Landminen betroffen.

Gestern sind fünf kanadische Mitglieder der UN-Friedenstruppe Opfer von Landminen in Afghanistan geworden. Zwei kanadische Soldaten wurden in der afghanischen Hauptstadt Kabul getötet, drei weitere wurden verletzt. Angeblich sei eine Antifahrzeugmine die Ursache gewesen. Es bleibt ungewiss, ob die Mine erst kürzlich, oder schon während der früheren, jahrzehntelangen Kämpfe der verschiedenen Armeen und Splitterparteien, gelegt worden war.

Es gibt Anzeichen dafür, dass in Afghanistan neue Minen gelegt worden sind. Nach dem Landminenüberwachungsbericht 2003, der letzten Monat von der internationalen Kampagne für das Verbot von Landminen herausgegeben worden ist, gab es sowohl 2002 als auch 2003 mehrere Zwischenfälle, in denen ehemalige Taliban und andere Antiregierungskräfte verdächtigt wurden, entweder Landminen benutzt zu haben oder versucht haben, diese zu benutzen - meist Antifahrzeugminen und ferngesteuerte Minen -, um ausländische oder neue afghanische Militärstreitkräfte zu treffen.

Die kanadischen Minenopfer reihen sich in eine wachsende Liste ausländischer Soldaten und Minenentschärfer ein, die afghanischen Landminen und nichtexplodierter Munition (bekannt als UXO - unexploded ordnance) zum Opfer gefallen sind. In den Jahren 2002 und 2003 sind Soldaten und Mitglieder der Friedenstruppe aus verschiedenen Ländern, einschließlich Australien, Dänemark, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Neuseeland, Polen und den USA, während Minenräumaktionen, Patrouillen oder anderen Aktivitäten durch Landminen und UXO in Afghanistan getötet oder verletzt worden.

Letztes Jahr sind fünf US-Soldaten durch Landminen und UXO in Afghanistan getötet und zehn weitere verletzt worden; im gleichen Zeitraum wurden bei Landminen- und UXO-Unfällen 12 afghanische Minenentschärfer getötet und 28 weitere verletzt. Im Mai 2003 wurde das erste Opfer, der im Aufbau begriffenen afghanischen Armee beklagt: Ein afghanischer Soldat, der gerade frisch ausgebildet worden war, trat während seiner Patrouille auf eine Landmine.

Diese Unfälle sind nur die Spitze des Eisbergs. Man nimmt an, dass sich in Afghanistan pro Monat mehr als 100 zivile Unfälle aufgrund von Landminen und UXO ereignen. Letztes Jahr berichtete das Internationale Komitee des Roten Kreuzes, dass Afghanistan eines der von Landminen am schlimmsten beeinträchtigten Länder der Welt ist.

Dennoch wird angenommen, dass über die meisten Zwischenfälle gar nicht berichtet wird. Ein jahrzehntlanger Konflikt hatte schwere Auswirkungen auf das Gesundheitswesen in Afghanistan - medizinische Infrastruktur besteht zumeist nicht oder ist völlig zerstört. Im Gegensatz zu ausländischen Minenopfern sterben die meisten Afghanen auf dem langen Weg zu einem der wenigen Krankenhäuser.

Um den Minenopfern entgegenzutreten, unterhält Afghanistan - mit über 5000 Minenentschärfern - eines der ältesten und größten Minenbeseitigungsprogramme der Welt. Außerdem wird seit einiger Zeit ein Erziehungsprogramm durchgeführt, das die Bevölkerung in den verminten Gebieten über die Risiken aufzuklären versucht. Am 11. September 2002 ist die neue afghanische Nachkriegsregierung dem Vertrag zum Verbot von Landminen von 1997 - bekannt als der Ottawa-Vertrag - beigetreten.

Letzten Monat hat der stellvertretende afghanische Außenminister, Dr. M. Haider Reza, die erste Delegation seines Landes zu einem der jährlichen diplomatischen Treffen der Vertragstaaten in Bangkok geführt. Er warnte davor, dass finanzielle Defizite das Minenräumprogramm beeinflussen könnten und sagte: "Wir wollen, dass unsere Flüchtlinge nach Hause kommen können, wir wollen dass die Menschen in unserem Land sicher sind, wir wollen, dass unsere Kinder zur Schule gehen können. Wir wollen ein Afghanistan, das stark zwischen den Nationen der Welt steht."

Mehrere Jahre lang hat Kanada seinen Teil dazu beigetragen, Afghanistan bei der Erreichung dieses Ziels zu unterstützen. Diese Hilfe wurde im August durch die Entsendung von Friedenstruppen intensiviert. In den Jahren 2002 und 2003 stellte Kanada umgerechnet 8,8 Millionen Dollar an landminenbezogener Hilfe in Afghanistan bereit. Um die Wurzel des Problems zu bekämpfen, nutzt Kanada weiterhin diplomatische Wege, um sicherzustellen, dass der Ottawa-Vertrag beachtet und umfassend implementiert wird.

Das letzte Landminenopfer der Kanadier erinnert jedoch daran, dass es trotz diplomatischer, finanzieller, humanitärer und politischer Bemühungen noch sehr lange dauern wird, bevor wir von einem Sieg gegen diese willkürliche Waffe sprechen können.

*Mary Wareham ist Senior-Beraterin in der Waffen Abteilung von Human Rights Watch in Washington D.C., sowie globale Forschungskoordinatorin der Landminen-Monitor-Forschungsinitiative der internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen.