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Taliban-Kämpfer patrouillieren in Kabul, Afghanistan, am 19. August 2021. © 2021 AP Photo/Rahmat Gul

Der Bombenanschlag auf den internationalen Flughafen von Kabul hat die Evakuierungsflüge für gefährdete Afghan*innen drastisch eingeschränkt. Das Ende der Bemühungen stand bereits bevor, nachdem einige Menschenrechtsverteidiger*innen, Frauenrechtler*innen, Journalist*innen, Dolmetscher*innen und andere in Sicherheit gebracht worden waren. Aber viele andere wurden angesichts der wachsenden Bedrohung zurückgelassen.

In den letzten Wochen hat ein globales Netzwerk von Organisationen, Militärveteran*innen und Journalist*innen – manchmal unter dem Hashtag #DigitalDunkirk – dabei geholfen, Afghan*innen auf Evakuierungslisten der Regierung zu setzen. Andere halfen vor Ort, die Menschen durch das Flughafenchaos zu bringen. Aber es waren zu viele, um in der kurzen Zeit, die zur Verfügung stand, zu helfen, und die Hindernisse, mit denen die Afghan*innen konfrontiert waren, machten diese Bemühungen oft unmöglich.

Viele, die sich am meisten für eine bessere Gesellschaft einsetzen, für Frauen und für eine Rechenschaftspflicht für die Regierung, sind jetzt untergetaucht und schweben in großer Gefahr. Journalist*innen haben berichtet, dass Taliban-Kämpfer in ihren Häusern nach ihnen gesucht haben. Eine Frau, die als Reporterin für eine von den USA finanzierte Medienorganisation arbeitete, schrieb mir eine Nachricht: „Meine Lage ist wirklich schlimm. Zu der Wohnung, in der meine Familie lebt, kommen jede Nacht Taliban und stellen Fragen über mich und wo ich bin.“ Schließlich erzählte ihre Mutter, dass sie gestorben sei, nur um die Taliban davon abzuhalten, wieder zu kommen. Aber sie hat weiterhin Angst, dass die Taliban ihre Familie bestrafen werden.

Ein Journalist einer vom Ausland unterstützten Medienorganisation schrieb mir eine Nachricht über die unerbittliche Suche der Taliban nach ihm: „Die Taliban kommen zu meinem Haus und fragen meine Familie, wo ich bin. Ich verstecke mich, aber jeden zweiten oder dritten Tag kommen sie und sagen, sie seien vom Geheimdienst [der Taliban].“ „Kann mir denn niemand helfen?“

Ein Journalist, der sich sehr für Frauenrechte einsetzt, schrieb mir eine Nachricht: „Ich sage Ihnen, dass ich seit zwanzig Jahren gegen die Taliban kämpfe, und sie sind auf der Suche nach mir. Denken Sie daran: Ein unterdrückter Journalist, der sich für die Demokratie einsetzt, konnte nicht gerettet werden.“

Die Taliban, die jetzt an der Macht sind, sind verpflichtet, die Rechte aller Afghan*innen zu respektieren, einschließlich des Rechts, ihr Land sicher zu verlassen. Doch während die Taliban-Führung versprochen hat, die Zivilgesellschaft zu schützen, machen ihre Kämpfer unerbittlich Jagd auf Menschen und setzen sie einem ungewissen Schicksal aus.

Die Länder, die diese Aktivist*innen unterstützt haben, stehen in der Verantwortung, sie zu evakuieren, solange dies möglich ist, und andere mögliche Maßnahmen zu ergreifen, um sie und ihre Familien nach Abschluss der Evakuierung in Sicherheit zu bringen.

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