Jan Egeland

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(Brüssel, 2. September 2011) -- Jan Egeland, ehemaliger UN-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten und früherer Staatssekretär im norwegischen Außenministerium, ist seit August stellvertretender Executive Director und erster Europa-Direktor von Human Rights Watch.

Egelands Aufgabe wird es sein, die Arbeit von Human Rights Watch in Europa zu stärken, sich für den Schutz der Menschenrechte einzusetzen und europäische Regierungen und Institutionen auf Menschenrechtsverletzungen weltweit aufmerksam zu machen. Egeland gibt gleichzeitig seinen Posten als Direktor des Norwegischen Instituts für Internationale Angelegenheiten auf.

„Nach den verheerenden Terroranschlägen waren sich die norwegische Bevölkerung und die Regierung einig, dass ein aktiver Schutz der offenen Demokratie und des Rechtsstaats die beste Antwort auf den Terror sind“, so Egeland, der auch schon im Ferienlager von Utoya, einem der Schauplätze der Anschläge vom 22. Juli 2011, Vorträge gehalten hat. „Hoffentlich kann diese Reaktion Norwegens als Modell für andere Gesellschaften dienen. Human Rights Watch muss viel zu oft für den Schutz der Menschenrechte eintreten, wenn Staaten dem Terrorismus den 'Krieg' erklären.“

Als UN-Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten von 2003 bis 2006 setze sich Egeland für die Reform des globalen Systems zur Reaktion auf humanitäre Krisen ein und koordinierte die internationale Antwort auf den Tsunami in Asien sowie die Krisen in Darfur, der Demokratischen Republik Kongo und im Libanon. Das Time Magazine nannte ihn einen der 100 „Menschen, die unsere Welt gestalten“.

Als stellvertretender norwegischer Außenminister war Egeland von 1990 bis 1997 in einer Reihe von Friedensprozessen aktiv. Er war an der norwegischen Vermittlung zwischen Israel und der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO) wesentlich beteiligt, die 1993 in das Oslo-Abkommen mündete. Er leitete außerdem die norwegische Delegation der UN-Friedensgespräche, die zur Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens zwischen der Regierung von Guatemala und den Guerilleros der Unidad Revolucionaria Nacional Guatemalteca (URNG) 1996 in Oslo führten. Außerdem leitete er die Delegation Norwegens, als 1997 in Oslo der Ottawa-Vertrag zur Ächtung von Antipersonenminen erfolgreich verhandelt und unterzeichnet wurde.

Von 1999-2002 arbeitete er als Sondergesandter des Generalsekretärs der Vereinten Nationen für Kolumbien. Egeland hatte zudem Funktionen beim Norwegischen Roten Kreuz, dem Henry-Dunant-Institut, der Norwegian Broadcasting Corporation und Amnesty International inne.

In Europa unterhält Human Rights Watch Büros in Brüssel, London, Paris, Berlin, Genf, Moskau, Zürich und Amsterdam.