(Kabul, 13. Februar 2017) - Pakistanische Behörden haben seit Juli 2016 durch Gewalt und Drohungen fast 600.000 Afghanen zurück nach Afghanistan gezwungen, so Human Rights Watch in einem heute veröffentlichten Bericht. Darunter sind 365.000 registrierte Flüchtlinge. Dies ist seit Jahren die größte Zahl an Flüchtlingen, die zur Rückkehr gezwungen werden. Die Rückkehrer sind in Afghanistan mit einem sich verschärfenden bewaffneten Konflikt, Gewalt, Armut und erneuter Vertreibung konfrontiert.

Human Rights Watch dokumentierte die menschenrechtswidrigen Maßnahmen Pakistans und die Rolle des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR), das den Exodus vorangetrieben habt. Indem sogenante „freiwillige Rückführungen“ gefördert und die Zwangspraktiken nicht öffentlich verurteilt wurden, ist die UN-Behörde mitverantwortlich dafür, dass die Rechte von Flüchtlingen durch Pakistan massenweise verletzt wurden. Human Rights Watch fordert die UN und internationale Geldgeber auf, Pakistan unter Druck zu setzten, um die Missstände zu beenden. Zudem sollen die verbliebenen 1,1 Millionen afghanischen Flüchtlinge in Pakistan geschützt werden. Flüchtlingen unter den zusätzlich etwa 750.000 Afghanen in dem Land, die nicht registriert sind, soll darüber hinaus erlaubt werden, Schutz zu suchen.