Fünfundzwanzig Jahre nach der Entdeckung von AIDS untergraben konservative Idelogien und moralistische Ansätze weiterhin Programme zur Bekämpfung der Krankheit, so Human Rights Watch am Vortag des Welt AIDS Tages am 1. Dezember.

"Die effektivsten Ansätze zur Prävention von HIV/AIDS werden nicht angewendet”, erklärt Joe Amon, Direktor des HIV/AIDS Programms von Human Rights Watch.
"Regierungen weigern sich, nachweislich erfolgreiche, auf individuellen Rechten basierende Programme anzuwenden und setzten sich hingegen für ideologische Kampagnen ein, wodurch Menschen noch mehr der Gefahr einer Infektion ausgesetzt werden."

Human Rights Watch verweist auf eine Reihe von Beispielen aus der ganzen Welt, in denen Personen besonders der Gefahr einer HIV-Infektion ausgesetzt sind. Sie betreffen Jugendliche, Frauen und Drogenkonsumenten .

* In Schwarzafrika weiß die Mehrheit der Jugendlichen nicht genug darüber, wie der HI-Virus übertragen wird. Dennoch bauen einige Regierungen auf Programme, die ausschließlich auf Abstinenz abzielen und fördern ungenaue Informationen über die Wirkung von Kondomen. In Uganda beispielsweise veranstaltet die Regierung “Jungfrauen Paraden“ und schränkt den Zugang zu Kondomen für junge Leute ein. Gleichzeitig verschärft sich die Epidemie in dem Land dramatisch, das einst als “Erfolgsgeschichte” gefeiert wurde.

* Frauen werden zunehmend als das “Gesicht von AIDS“ anerkannt. Dennoch weigern sich Regierungen, gegen Frauen gerichtete Menschenrechtsverletzungen zu bekämpfen. Jede dritte Frauen ist im Laufe ihres Lebens geschlechtspezifischer Gewalt ausgesetzt. Studien belegen, dass die Gefahr einr Infektion für Frauen dreimal höher ist, wenn sie Gewalt erfahren haben.

* Außerhalb Afrikas betrifft jede dritte Neuinfektion injizierende Drogenkonsumenten. Dennoch setzten nur wenige Regierungen nachweislich erfolgreiche Strategien ein, wie Ersatztherapien oder das Verteilen sauberer Nadeln. In Russland, wo sich die Epidemie auf injizierende Drogenkonsumenten konzentriert, hat sich die Regierung geweigert, den Einsatz von Methadon zuzulassen. Auch hat sie den freien Zugang zu sauberen Nadeln verhindert.

Vor sechs Monaten haben die Mitglieder der Vereinten Nationen eine Erklärung unterzeichnet, in der sie sich zum Schutz und zur Umsetzung von Menschenrechten im weltweiten Kampf gegen AIDS bekennen. „ Das Motto für diesen Welt-AIDS-Tag lautet ‘Haltet das Versprechen’”, sagt Amon. “Aber solange die Regierungen keine effektiven Programme durchführen, die auf die Rechte derjenigen eingehen, die am meisten von der Krankheit gefährdet sind, führen ihre nichteingehaltenen Versprechen zu Millionen weiteren HIV-Infektionen“.

Bei der internationalen AIDS Konferenz letzten August in Toronto nahm Human Rights Watch Zeugnisse von AIDS Aktivisten und Menschen auf, die auf der ganzen Welt mit HIV leben. Sie erzählen ihre persönlichen Geschichten und geben einen Ausblick darauf, was im weltweiten Kampf gegen AIDS notwendig ist.

“Hören Sie sich ihre Geschichten an und Sie beginnen die Auswirkungen der AIDS Epidemie und das Scheitern der Regierungen weltweit zu verstehen“, so Amon.