Normalerweise sind es Politiker oder Regierungen, welche die Öffentlichkeit daran erinnern, dass die hohe Kunst der Politik häufig aus der Akzeptanz von Kompromissen besteht.
Doch im Fall des Menschenrechtsrats, mit dem die Vereinten Nationen die diskreditierte Menschenrechtskommission in Genf ablösen wollen, sind es die Menschenrechtsaktivisten, die sich nun als Realpolitiker erweisen. Sie befürworten den in monatelangen Verhandlungen mühsam von Jan Eliasson, dem schwedischen Präsidenten der Generalversammlung ausgehandelten Kompromiss zur Einrichtung des Menschenrechtsrats, obwohl auch dieser weit hinter ihren Erwartungen zurückbleibt. Die amerikanische Regierung aber, dieursprünglich die Forderung nach einem neuen Menschenrechtsrat unterstützt hatte, lehnt den Kompromiss nun mit eben dieser Begründung ab.