Malta steht weiterhin in der Kritik, weil es die Rettung schiffbrüchiger Flüchtlinge unterlässt und Schiffen, die gerettete Migranten an Bord haben, die Einfahrt in seine Häfen verweigert. Mehr als 1.000 Einwanderer erreichten Malta im vergangenen Jahr. Im August ertranken 71 Menschen im Mittelmeer, als ihr Boot kenterte. Acht Überlebende wurden von einem Fischerboot gerettet. Die maltesische Regierung sprach sich wiederholt für eine Lastenteilung innerhalb der EU beim Problem der illegalen Einwanderung aus.

Illegale Einwanderer, auch Kinder, werden nach ihrer Ankunft in Malta bis zu 18 Monate lang in geschlossenen Haftanstalten festgehalten, bis ihre Anträge bearbeitet worden sind. In einem im Mai veröffentlichten Bericht der Parlamentarischen Versammlung des Europarats werden die Haftbedingungen für Migranten kritisiert. Die maltesische Regierung ordnete eine Untersuchung der Anschuldigungen an, Häftlinge, die an den Unruhen im Auffanglager Safi im März beteiligt waren, seien misshandelt worden. Die Untersuchung ergab, dass Vollzugsbeamte übermäßige Gewalt angewendet hatten, konnte jedoch keine Verantwortlichen benennen.