Heute untersucht sie Menschenrechtsverletzungen in aller Welt: Hinrichtungen, Verschleppungen, Folter, politische Verhaftungen, Diskriminierung, Verletzungen der Meinungs-, Versammlungs- und Religionsfreiheit. Nach eigenen Angaben der Nichtregierungsorganisation arbeiten für sie mehr als 190 Anwälte, Journalisten und Länderfachleute. Der einstige Staatsanwalt Kenneth Roth, dessen jüdischer Vater 1938 aus Frankfurt ins amerikanische Exil floh, ist seit 1993 Direktor von Human Rights Watch. Mit ihm sprach in Berlin Wulf Schmiese.
Selbst für hart gesottene Menschenrechtler war das Massaker im usbekischen Andijan am 13. Mai 2005 ein Blutbad, das sie so schnell nicht vergessen wer¬den.
Als Bundeskanzlerin Angela Merkel die Schließung des amerikanischen Gefangenenlagers in Guantanamo Bay forderte, schoss Washington mit schwerem Geschütz zurück. In Guantanamo säßen gefährliche Terroristen, die auf dem Schlachtfeld festgenommen worden seien, lautete die Reaktion aus dem Weißen Haus. War das ein unmissverständlicher Hinweis, dass Washington die deutsche Kanzlerin in dieser Frage für naiv hält? Aber: Stimmen die Beteuerungen der amerikanischen Regierung überhaupt?
Nach Jahrzehnten der Zurückhaltung findet Deutschland nun zu seiner Stimme in globalen Menschenrechtsfragen. Das Land und seine Regierung sind zunehmend ein wichtiger Verbündeter der Menschenrechtsbewegung geworden. Doch mit dem, was sie erreicht, bleibt die Bundesrepublik weit hinter ihren tatsächlichen Möglichkeiten zurück. Wie könnte eine aktivere deutsche Menschenrechtspolitik aussehen?
Das Gedenken an den Völkermord in Ruanda vor zehn Jahren liegt erst wenige Wochen zurück, und ich hoffe, dass ich nicht im Jahr 2014 auf diesem Stuhl sitze und an das Versagen der internationalen Gemeinschaft erinnern muss, als im Jahr 2004 Hunderttausende im Sudan sterben mussten, weil wir einmal mehr weggeschaut haben.
Deutschlands großer militärischer Einsatz in Afghanistan zeigt, dass es seine traditionelle Angst vor der eigenen Stärke überwunden hat. Deutschland hat sich zu prinzipiengeleitetem Engagement entschlossen und vermag militärische Gewalt zur Verteidigung internationaler Standards einzusetzen.
Der Krieg gegen den Irak erfüllte nicht die Kriterien einer humanitären Intervention, sagt Kenneth Roth, Präsident der renommierten Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Im SPIEGEL ONLINE-Interview erläutert er, warum das Verhalten der US-Regierung eine Gefahr für die Menschenrechte weltweit darstellt.
Heute untersucht sie Menschenrechtsverletzungen in aller Welt: Hinrichtungen, Verschleppungen, Folter, politische Verhaftungen, Diskriminierung, Verletzungen der Meinungs-, Versammlungs- und Religionsfreiheit. Nach eigenen Angaben der Nichtregierungsorganisation arbeiten für sie mehr als 190 Anwälte, Journalisten und Länderfachleute. Der einstige Staatsanwalt Kenneth Roth, dessen jüdischer Vater 1938 aus Frankfurt ins amerikanische Exil floh, ist seit 1993 Direktor von Human Rights Watch. Mit ihm sprach in Berlin Wulf Schmiese.
Selbst für hart gesottene Menschenrechtler war das Massaker im usbekischen Andijan am 13. Mai 2005 ein Blutbad, das sie so schnell nicht vergessen wer¬den.
Als Bundeskanzlerin Angela Merkel die Schließung des amerikanischen Gefangenenlagers in Guantanamo Bay forderte, schoss Washington mit schwerem Geschütz zurück. In Guantanamo säßen gefährliche Terroristen, die auf dem Schlachtfeld festgenommen worden seien, lautete die Reaktion aus dem Weißen Haus. War das ein unmissverständlicher Hinweis, dass Washington die deutsche Kanzlerin in dieser Frage für naiv hält? Aber: Stimmen die Beteuerungen der amerikanischen Regierung überhaupt?
Nach Jahrzehnten der Zurückhaltung findet Deutschland nun zu seiner Stimme in globalen Menschenrechtsfragen. Das Land und seine Regierung sind zunehmend ein wichtiger Verbündeter der Menschenrechtsbewegung geworden. Doch mit dem, was sie erreicht, bleibt die Bundesrepublik weit hinter ihren tatsächlichen Möglichkeiten zurück. Wie könnte eine aktivere deutsche Menschenrechtspolitik aussehen?
Das Gedenken an den Völkermord in Ruanda vor zehn Jahren liegt erst wenige Wochen zurück, und ich hoffe, dass ich nicht im Jahr 2014 auf diesem Stuhl sitze und an das Versagen der internationalen Gemeinschaft erinnern muss, als im Jahr 2004 Hunderttausende im Sudan sterben mussten, weil wir einmal mehr weggeschaut haben.
Deutschlands großer militärischer Einsatz in Afghanistan zeigt, dass es seine traditionelle Angst vor der eigenen Stärke überwunden hat. Deutschland hat sich zu prinzipiengeleitetem Engagement entschlossen und vermag militärische Gewalt zur Verteidigung internationaler Standards einzusetzen.
Der Krieg gegen den Irak erfüllte nicht die Kriterien einer humanitären Intervention, sagt Kenneth Roth, Präsident der renommierten Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Im SPIEGEL ONLINE-Interview erläutert er, warum das Verhalten der US-Regierung eine Gefahr für die Menschenrechte weltweit darstellt.
Der Menschenrechtsexperte Kenneth Roth hat am WEF für eine tief greifende Reform der Uno plädiert und das Verhalten der USA scharf kritisiert.