Automobilindustrie vernachlässigt Menschenrechtsverletzungen in Aluminium-Lieferketten

(Washington, DC, 22. Juli 2021) – Automobilunternehmen müssen mehr tun, um Menschenrechtsverletzungen in ihren Aluminium-Lieferketten und den Bauxitminen, von denen sie beziehen, anzugehen, so Human Rights Watch und Inclusive Development International in einem heute veröffentlichten Bericht. Fast ein Fünftel des weltweit verbrauchten Aluminiums im Jahr 2019 ging auf das Konto der Automobilhersteller und laut Prognosen wird sich ihr Aluminiumverbrauch bis 2050 verdoppeln wird. Grund hierfür ist der Übergang zu Elektrofahrzeugen.

 

Der 63-seitige Bericht, „Aluminum: The Car Industry's Blind Spot - Why Car Companies Should Address the Human Rights Impact of Aluminum Production“ beschreibt die globalen Lieferketten, die Automobilhersteller mit Minen, Raffinerien und Schmelzwerken in Ländern wie Guinea, Ghana, Brasilien, China, Malaysia und Australien verbinden. Auf der Grundlage von Treffen und Korrespondenz mit neun großen Automobilkonzernen - BMW, Daimler, Ford, General Motors, Groupe PSA (jetzt Teil von Stellantis), Renault, Toyota, Volkswagen und Volvo - untersuchten Human Rights Watch und Inclusive Development International, wie die Automobilindustrie mit den menschenrechtlichen Auswirkungen der Aluminiumproduktion umgeht, von der Zerstörung von Ackerland und der Schädigung von Wasserquellen durch Minen und Raffinerien bis hin zu den erheblichen Kohlenstoffemissionen der Aluminiumschmelze. Drei weitere Unternehmen - BYD, Hyundai und Tesla - reagierten nicht auf die Anfragen nach Informationen.

Transcript

Hallo Welt. Ich bin dein neues elektrisches Auto.

Ich bin aus leichten Materialien wie Aluminium gebaut, die helfen, meine Emissionen zu reduzieren. 

Aber es gibt nicht nur gute Nachrichten. Die Produktion des Aluminiums in mir und anderen Autos kann Menschen und der Umwelt schaden.

Gehen wir zurück und ich zeige es euch. 

Aluminium wird aus einem Erz namens Bauxit hergestellt.

Da Bauxit nahe der Oberfläche vorkommt, nehmen Bauxitminen eine große Fläche ein und zerstören oft Land, das lokale Gemeinden brauchen.

In Australien haben Bauxitminen häufig Gebiete besetzt, die indigenen Völkern gehören, von denen viele seit Jahrzehnten für eine Entschädigung kämpfen.

In Guinea bedeutet der Bauxit-Boom, dass sich der Bergbau schnell in einem Gebiet ausbreitet, auf das Farmer*innen seit Generationen angewiesen sind.

Bauxitabbau und -raffination können auch die Wasserquellen der lokalen Gemeinden verschmutzen.

In Ghana, so NGOs, könnte der Bauxitabbau in einem geschützten Regenwald Flüsse verschmutzen, die Millionen von Menschen mit Trinkwasser versorgen.

Die Umwandlung von Bauxit in Aluminium, die größtenteils in China stattfindet, erfordert ebenfalls große Mengen an Strom. 

Da die meisten Aluminiumhersteller auf Kohlestrom angewiesen sind, ist die Aluminiumproduktion für mehr als 1 Milliarde Tonnen CO2-Äquivalente im Jahr verantwortlich – etwa 2 % der weltweiten Treibhausgasemissionen.

Lokale Gemeinden, Umweltschützer*innen und Menschenrechtsaktivist*innen machen auf die Probleme aufmerksam, die durch die Aluminiumproduktion verursacht werden.

Einige Autokonzerne hören zu und suchen nach Wegen, Aluminium verantwortungsvoll zu beschaffen.

Sie sollten Minen, Raffinerien und Schmelzwerke dazu verpflichten, Gemeinden vor den negativen Auswirkungen des Abbaus zu schützen und den ökologischen Fußabdruck der Aluminiumindustrie zu reduzieren.

Auf dem Weg zu einer grüneren Welt sollten die Rechte aller respektiert werden.