Iran: Sicherheitskräfte schlagen Proteste nieder

(Beirut) – Iranische Sicherheitskräfte sind mit übertriebener Gewalt gegen die Proteste vorgegangen, die durch die plötzliche Erhöhung von Benzinpreisen im Land ausgelöst wurden, so Human Rights Watch. Die Behörden haben das Internet fast komplett abgeschaltet. Vereinzeltes Videomaterial von den Protesten in den Sozialen Medien zeigt, wie Sicherheitskräfte in verschiedenen Städten direkt auf Demonstranten schiessen.

Laut iranischen Medien ist es am 16. November in mehr als 100 Orten zu Protesten gekommen, nachdem die Regierung einen starken Anstieg der Benzinpreise angekündigt hatte. Regierungsquellen haben bestätigt, dass es bisher mindestens fünf Tote während der Demonstrationen gegeben hat, einschliesslich eines Polizisten. Iranische Menschenrechtsorganisationen gehen von mehreren Dutzend Opfern aus. Amnesty International schätzt sogar, dass mehr als 100 Demonstranten umgekommen sind. Fars News Agency, die den Iranischen Revolutionsgarden nahesteht, hat zudem berichtet, dass die Behörden bereits mehr als 1.000 Leute verhaftet haben und dass mehr als 100 Banken beschädigt worden sind. Der Nationale Sicherheitsrat hat zudem angeordnet, das Internet im Land abzustellen. Während offensichtlich einige Nachrichtenagenturen und Behörden wieder Zugang zum Internet haben, sind die meisten Menschen weiter vom globalen Netzwerk abgeschnitten, mit einer Netzverbindung von lediglich etwa 4% im Vergleich zum normalen Niveau.  

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