27. August 2012
„Farai Maguwu bei der Aufdeckung der erschütternden Zustände in Marange außergewöhnlichen Mut bewiesen. Dafür mussten er und seine Familie einen hohen Preis bezahlen.“
Tiseke Kasambala, leitender Afrika-Experte bei Human Rights Watch

Mit dem Alison-Des-Forges-Preis zeichnet Human Rights Watch den Mut jener Menschen aus, die für die Würde und die Rechte anderer ihr Leben riskieren. Human Rights Watch arbeitet mit diesen engagierten Menschenrechtsverteidigern zusammen, um für eine Welt ohne Gewalt, Diskriminierung und Unterdrückung zu kämpfen.

Farai Maguwu hat als Leiter des Center for Natural Resource Governance in Ost-Zimbabwe umfangreiche Nachforschungen zu Menschenrechtsverletzungen in den Diamantenminen von Marange angestellt und diese dokumentiert. Seit ihrer Entdeckung im Jahr 2006 waren die Diamantenfelder in Marange für jedermann zugänglich, illegaler Abbau und Schmuggel florierten. Gemeinsam mit den Researchern von Human Rights Watch dokumentierte Farai Maguwu zahlreiche Fälle von Prügel, Folter, Zwangsarbeit und Morden an Dorfbewohnern in Marange durch Soldaten, die unter der Kontrolle der einstigen Regierungspartei ZANU-PF (Afrikanische Nationalunion von Zimbabwe-Patriotische Front) standen und die in der aktuellen Koalitionsregierung weiter für die Sicherheit im Land zuständig ist.

Am 27. Mai 2010, zwei Tage nachdem sich Farai Maguwu mit einem Beobachter des Kimberley-Prozess-Zertifikationssystems (weltweites Kontrollsystem zum Herkunftsnachweis von Diamanten) getroffen hatte, um ihn über die Menschenrechtsverletzungen in Marange zu informieren, wurden sein Haus und sein Büro von den Behörden durchsucht. Farai Maguwu wurde verhaftet, weil er falsche Informationen über Folter und Morde in den Minen durch das Militär verbreitet haben soll. Zur Strafe verwehrten ihm die Behörden während seiner über einen Monat dauernden Inhaftierung medizinische Behandlung und verlegten ihn trotz ernsthafter gesundheitlicher Probleme unrechtmäßigerweise in diverse Hafteinrichtungen, in denen erbärmliche Zustände herrschten. Anfang Juli wurde Farai Maguwu aus der Haft entlassen und im Oktober schließlich freigesprochen. Sein Fall trug dazu bei, den schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen in den Diamantenfeldern von Marange zu internationaler Aufmerksamkeit zu verhelfen, und ließ Forderungen an die Regierung Zimbabwes laut werden, ihre Truppen aus Marange abzuziehen.

Human Rights Watch ehrt Farai Maguwu für seinen herausragenden Mut beim Aufdecken von Menschenrechtsverletzungen in den Diamantenfeldern Zimbabwes. Zudem wird sein Engagement ausgezeichnet, die weitverbreiteten Misshandlungen in der Region zu beenden.

Weitere Berichte zu: