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  • Mai 29, 2012
    Die NATO hat die Dutzenden zivilen Opfer ihrer Luftschläge gegen Libyen im Jahr 2011 bis heute nicht bestätigt und es versäumt, möglicherweise völkerrechtswidrige Angriffe zu untersuchen. Die NATO-Militäroperationen gegen Libyen von März bis Oktober 2011 waren durch den UN-Sicherheitsrat autorisiert und dienten dem Schutz von Zivilisten vor den Sicherheitskräften Muammar Gaddafis. Angesichts des Ausmaßes der Luftangriffe und der Dauer der Kampagne, war die Zahl ziviler Opfer relativ gering. Dennoch deckten die Recherchen von Human Rights Watch sieben Fälle auf, in denen die Angriffe kein klares militärisches Ziel hatten und möglicherweise Kriegsrechtsverletzungen darstellen. Die acht von Human Rights Watch untersuchten Angriffe forderten insgesamt 72 zivile Opfer, darunter 20 Frauen und 24 Kinder.
  • März 28, 2012
    Rund 400 Frauen und Mädchen sind in Afghanistan wegen „Sittenverbrechen“ inhaftiert. Bei diesen handelt es sich in der Regel um die Flucht vor einer Zwangsehe oder häuslicher Gewalt. Teilweise wurden die Frauen und Mädchen wegen außerehelichem Geschlechtsverkehr („zina“) inhaftiert, nachdem sie vergewaltigt oder zur Prostitution gezwungen worden waren. „Zina“ wird nach afghanischem Recht mit bis zu 15 Jahren Haft bestraft. Einige der Befragten suchten verzweifelt bei der Polizei Hilfe, die sie jedoch umgehend verhaftete. Die Befragten schilderten Menschenrechtsverletzungen von der Zwangsverheiratung Minderjähriger, über Prügel, Messerstiche, Verbrennungen, Vergewaltigungen, Zwangsprostitution, Entführungen bis hin zu Morddrohungen. In fast keinem der Fälle kam es zu Ermittlungen, geschweige denn einer Anklage oder Bestrafung der Täter.
  • März 13, 2012
    Auch ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima Daiichi am 11. März 2011 fehlt es vielen Bewohnern der Präfektur Fukushima noch immer an grundlegenden Informationen und klaren Antworten zur Strahlenbelastung ihrer Nahrung und Umwelt. Obwohl die Explosion in Fukushima Daiichi zu den weltweit schwersten Strahlenunfällen seit Tschernobyl zählt, berichten viele Bewohner der Präfektur Fukushima, es sei ihnen nicht möglich gewesen, ihre Kinder auf eine mögliche Strahlenbelastung testen zu lassen. Viele der von Human Rights Watch befragten Bewohner der Präfektur Fukushima schilderten Schwierigkeiten beim Zugang zu Informationen hinsichtlich der Gesundheit ihrer Kinder und zur Sicherheit von Nahrungsmitteln und Trinkwasser.
  • Februar 28, 2012
    Die aserbaidschanische Regierung lässt für Bauprojekte in Baku Wohnungen räumen und abreißen. Dutzende Familien wurden gezwungen ihre Wohnungen in dem Stadtteil, der an die Baustelle des Austragungsorts des Eurovision Song Contest 2012 grenzt, zu verlassen. Human Rights Watch hat Dutzende Fälle von unrechtmäßiger Enteignung und Zwangsräumung in vier Stadtteilen von Baku dokumentiert. Die Räumungen erfolgten teilweise mitten in der Nacht und ohne Vorwarnung. Die Behörden ließen sogar Wohnungen abreißen, in denen sich noch Eigentum von Bewohnern befand. Die Regierung verweigerte den betroffenen Wohnungseigentümern, deren Immobilien sich häufig in gefragten Lagen befinden, eine angemessene Entschädigung, obwohl das aserbaidschanische Recht eine Entschädigung entsprechend des Marktwerts vorschreibt. In vielen Fällen, etwa im Umfeld des Platzes der Staatsflagge, nahmen die Behörden Gebäude, die noch bewohnt waren, vom Versorgungsnetz und begannen mit ihrem Abriss. Durch diese Maßnahmen wurden die Gebäude unbewohnbar gemacht und die Bewohner zur Räumung gezwungen.
  • Januar 25, 2012
    Die französische Polizei setzt ihre äußerst weitgehenden Machtbefugnisse ein, um unberechtigte und diskriminierende Personenkontrollen von schwarzen und arabischen jungen Männern durchzuführen. Jugendliche Angehörige von Minderheiten, darunter Kinder im Alter von nur 13 Jahren, werden häufig zum Ziel spontaner Personenkontrollen mit ausführlichen Befragungen, Leibesvisitationen und Durchsuchung von persönlichen Gegenständen. Fotos von Fatah Sadaoui für das "Collectif contre le contrôle au Faciès", eine französische Organisation, die gegen Diskriminierung durch die Polizei kämpft. 29. Oktober 2011.
  • September 19, 2011
    Human Rights Watch-Recherchen im Vietnam ergaben, dass in den Haftanstalten für Drogensüchtige Zehntausende Menschen jahrelang ohne Anklage festgehalten werden, zu schlecht oder nicht bezahlter Arbeit gezwungen werden und gefoltert oder misshandelt werden. Die von der Regierung betriebenen Haftzentren, die Drogenkonsumenten eigentlich „behandeln“ und „rehabilitieren“ sollen, sind kaum mehr als Arbeitslager, wo Häftlinge gezwungen werden sechs Tage pro Woche Nüsse zu verarbeiten, Kleidung zu nähen oder andere Produkte herzustellen. Arbeitsverweigerung oder Regelverstöße haben Strafen zur Folge, die in manchen Fällen Folter gleichkommen.
  • September 19, 2011
    Ende August untersuchten Human Rights Watch und Amnesty International die wahllosen Luftangriffe auf Wohngebiete im Nuba-Gebrige in der sudanesischen Region Süd-Kordofan. Die sudanesischen Streitkräfte (SAF) flogen seit Mitte Juni 13 Luftangriffe, bei denen mindestens 26 Zivilisten getötet und mehr als 45 verletzt wurden. Unsere Experten wurden selbst Zeugen, wie Kampfflugzeuge der Regierung über zivilen Gebieten kreisten, Bomben abwarfen und die Bewohner zur Flucht in die Berge zwangen. Die Regierung hindert zudem Hilfsorganisationen daran, Nahrungsmittel und andere Hilfsgüter zu den über 150.000 Binnenvertriebenen zu bringen, die sich auf dem Gebiet der Opposition befinden.
  • August 24, 2011
    Kinder mit Behinderungen stehen in Nepal vor verschiedensten, kaum überwindbaren Hürden beim Zugang zu Schulbildung. Die Recherchen von Human Rights Watch ergaben, dass viele Schulgebäude physisch unzugänglich und Lehrer unzureichend geschult und sind und dass behinderten Kinder unrechtmäßigerweise der Zugang zu Schulen in ihrer Nachbarschaft verwehrt wird. Viele der Kinder werden in ihrem Umfeld missbraucht und vernachlässigt. Diese Misstände führen zu sehr hohen Abwesenheits- und Abbrecherquoten unter behinderten Kindern bezogen auf den Durchschnitt.
  • Juni 21, 2011
    Über 3.000 ausländische Staatsangehörige die aus Libyen geflohen sind, darunter die Passagiere eines im Mittelmeer gekenterten Schiffs, verharren schutzlos in Flüchtlingslagern im tunesischen Grenzgebiet. Bei mehreren Gewaltakten im Mai 2011 wurden mindesten sechs Campbewohner getötet und Teile des Lagers zerstört.
  • Januar 7, 2011
    Im April 2009 stellte die chinesische Regierung ihren ersten Nationalen Aktionsplan Menschenrechte (2009-2010) vor, in dem sie ihr Bekenntnis zu bestehenden Menschenrechtsverpflichtungen im nationalen und internationalen Recht erneuerte. Doch während die Führung in Peking mit dem Aktionsplan ihr Engagement für die Menschenrechte anpries, dauerten ihre offenkundigen Verstöße gegen diese Verpflichtungen unverändert an. Das prominenteste Beispiel dafür war die Verhaftung des Friedensnobelpreisträgers von 2010 Liu Xiaobo. Diese Bilderstrecke illustriert, wie sich das Klima für die Menschenrechte in ganz China verdüstert.